Verfasst von: ohcarolina | Juni 6, 2009

And now my friends, the end is near…

And so I face the final curtain…nun sitz ich hier auf meinen gepackten Koffern, besorgt ob ich all das Uebergewicht (nein, nicht die Kilos an meinem Bauch) durch die Kontrollen kriege. Die Traurigkeit macht sich breit, my journey comes to an end.

War ein letztes Mal mit Melissa on Franklin Street. Ein letztes mal Ribs at Spankys, kurz in Jack Sprat vorbeigeschaut um Nick ‚tschuess‘ zu sagen, ein letztes mal an den Bars vorbei gelaufen, ein letztes mal am Bell Tower vorbeigefahren, den Dean Dome gesehen und Licht in meinem ehemaligen Apartment gesehen.

All das macht mich doch grad mehr und mehr melancholisch. Eine letzte Nacht in Amerika. Mit so vielen Erwartungen und Traeumen bin ich angereist. Und alle wurden erfuellt oder gar uebertroffen. Ich war live dabei, als Obama Praesident wurde, die Tar Heels sind Champion geworden und ich habe Melissa hier gefunden. Ich habe Freunde aus der ganzen Welt gewonnen und unzaehlige Erinnerungen und Fotos gesammelt. Ausgiebige Feiern, harte Lernstunden in Davis Library, und viel gelernt ueber Land und Leute.

Ist Amerika immer noch mein Traumland, nun wo ich endlich mal laengere Zeit hier gelebt habe? Ja. Koennte ich mir immer noch vorstellen, hier eines Tages zu leben? Ja. So gesehen hat das Jahr hier (genau genommen waren es ja nur 10 Monate) also einiges an Erkenntnissen gebracht, die mir in der Zukunft helfen koennen.

Gleichzeitig ist mir aber auch bewusst geworden, was ich alles tolles in Deutschland habe. Meine Familie und Freunde sind vermutlich das beste, was einem passieren kann. Ich lebe in einer der aufregensten Staedte der Welt – nicht nur, wegen der aktuellen Anziehungskraft sondern auch wegen der Geschichte. Etwas, was mir mehr und mehr klargeworden ist, wenn ich immer wieder in meinen Kursen vom Mauerfall berichten sollte. Ich habe damals in der Stadt gelebt, mir war nie klar, wie aussergewoehnlich das ist, da ich ja mein Leben lang nur Menschen um mich hatte, die das gleiche behaupten koennen.

Auch wenn ich momentan sehr traurig bin, meine Zelte hier abzubrechen, so kann ich wenigstens mit der Gewissheit nachhause fliegen, dass mich viel erwartet. Ich mochte mein Leben wirklich, bevor ich geflogen bin, und hoffe, da wieder anzuknuepfen. Hoffentlich sind mir alle Freunde erhalten geblieben und wir werden so viel Spass haben wie zuvor.

Und ich bin mehr als dankbar fuer diese Gelegenheit. Ich bin so froh, dass ich die Chance hatte, ein ganzes Jahr im Ausland zu studieren. Ich bedanke mich bei den beteiligten Universitaeten, bei allen, die mich finanziell unterstuetzt haben, bei Obama, dass er genau dann zur Wahl angetreten ist, als ich hier war, bei den Tar Heels, dass sie so begeisternden Basketball gespielt haben und…ueberhaupt einfach sagen, dass ich mich unglaublich gluecklich schaetze, all das erlebt zu haben.

Und vor allem danke ich Melissa, die immer fuer mich da war und sicherlich das beste ist, was mir in dem Jahr hier passiert ist. Sie hat mich immer unterstuetzt und mir oft Unterschlupf geboten. Glaub nicht, dass ich ohne sie auch nur annaeherend so viel Spass gehabt haette. Auf ein baldiges Wiedersehen in Berlin!

Ob ich mich veraendert habe? Ich weiss es nicht, das muessen die Menschen beurteilen, die mich gut kennen. Ich habe aber sicherlich viel gelernt: ueber Amerika, ueber die verschiedensten Laender der Welt und ueber mich selbst.

Hoffentlich werde ich heute Nacht etwas Schlaf finden. Mein Flug geht morgen um 1:50 pm. Insgesamt 18 Stunden Reise habe ich vor mir (davon 6 Stunden chillen am Flughafen in Dublin, danke Lastminute.com). Dann kann ich endlich mal wieder meine Familie und Freunde umarmen.

Was bleibt? Ein Dankeschoen an all diejenigen, die fleissig hier gelesen haben. Die mir Anregungen gegeben haben, die sich per Kommentar beteiligt haben und die auch diese Zeilen hier noch lesen, obwohl ich monatelang so faul war. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Amerika naeher bringen, indem ich von meinen Erlebnissen berichtete. Aber das wird nicht das Ende sein. Ich mag das Blog schreiben irgendwie. Ich weiss nicht, ob ich in gleiche Form hier weitermachen werde oder mal was ganz anderes schreiben werde. Aber fuer all die, die weiterhin interessiert sind, schaut ruhig ab und zu mal vorbei, gut moeglich, dass ich in unregelmaessigen Abstaenden ein wenig hier reinschreibe. Transission in Berlin, Studienabschluss, Karriereplanung…es gibt zumindest genug aufregendes vor mir, was ich auf Papier bringen moechte. Ob ich das am Ende nur fuer mich selbst niederschreibe oder auch fuer andere, wird sich zeigen.

Abschliessen moechte ich mit Clueso’s Worten: „Doch immer wenn was neu beginnt sagt auch etwas in mir ‘das war’s’“

Verfasst von: ohcarolina | Juni 6, 2009

Summary des 2. Semesters

Auf Grund meiner Faulheit in den vergangenen Monaten muss ich nun also mein Gedaechtnis bemuehen, um das Ende meines Semesters zu rekapitulieren. Zuerst zum akademischen Teil:

Ich hab ja meine vier Kurse in einem frueheren Beitrag ein wenig naeher beleuchtet. Zum Ende hin wurde es wie immer etwas stressig, Abschlussklausuren, Hausarbeiten, Referate standen ins Haus. Am meisten Sorgen hat mir aber mein final project in meiner Sports Creative Writing Class bereitet. Waehrend der Kurs das Semester ueber sehr abwechslungsreich und unterhaltsam war, lauerte da doch irgendwie immer unsere letzte Story am Horizont. Eine Story ueber einen UNC athlete unserer Wahl. Fuer diese Story (die zwischen 2000 und 3000 Woerter lang sein sollte), wurde von uns erwartet, dass wir mehrere Personen interviewen, um ein moeglich komplettes Bild zu haben.

Ich habe mir Sterling Smith vom women soccer team ausgesucht. Sie hat eine beispiellose Vergangenheit an Verletzungen (Kreuzbandriss in high-school, Kniescheibe rausgerutscht, Knochen im Gesicht gebrochen, Schulterblatt gebrochen, Meniskus gerissen, Microfracture surgery etc.) und doch kommt sie jeden Fruehling zurueck, um wieder auf hoechstem college Niveau zu trainieren und zu spielen. Sie hat einen unvergleichbaren Drang sich zu beweisen, zu kaempfen. Nachdem ich ihren Trainer, Mitspieler und die Physiotherapeutin interviewt habe, hatte ich genug Infos und kleine Anekdoten zusammen, um eine (hoffentlich) interessante Geschichte zu schreiben.

Hab im Endeffekt ein B+ bekommen und mein Prof meinte ‘You’ve saved the best for last’. Ich war also stolz und ueberzeugt, dass sich meine Schreibfaehigkeiten im Englischen deutlich verbessert haben ueber das Semester, besonders dank dieses Kurses (gleichzeitig gingen meine Deutschkenntnisse wohl den Bach runter, nun ja). Leider war meine Endnote nur ein B in dem Kurs – was ich bis heute nicht verstehe, da ich meistens nur Bs und B+ hatte, manchmal sogar A- in meinen Stories.

Ansonsten habe ich eine A- in meiner History of Broadcasting class vorzuweisen, ein B in meiner US Constitution class (die ich anfangs so gehasst habe, vor allem wegen einer Hausarbeit, die mir 5 Tage am Stueck gekostet hat, um research zu machen. Letztendlich ist fast mein komplettes Ostern in Wilmington drauf gegangen. Wenigstens hat sich der Aufwand gelohnt und ich konnte das C in meiner ersten Klausur im Laufe des Semesters in ein B umwandeln. In meiner Current Issues of Mass Communication class hab ich ein B+ bekommen. Insgesamt kann ich damit zufrieden sein, denn ich denke, dass die Balance zwischen Spass und Arbeit ausgeglichen war.

Ich habe eben Ostern erwaehnt..dazu eine kleine Zusammensetzung, wie ich das hier in den USA erlebt habe. Wir sind nach Wilmington gefahren, um Melissas Bruder beim Eier verstecken zu helfen. Waehrend Ava bereits geuebt im Eiersuchen ist, war es Adlers (ja, das ist sein Name) erstes Ostern. Wie schon an Weihnachten erlebt, fiel das ganze hier etwas geschenkreicher aus, als ich es gewohnt bin. Aber der grosse Wagen, den die Kinder bekommen haben, sollte sich als geniales Geschenk herausstellen. In dem Ding haben wir die Kleinen oft uebern Strand gezogen, ein grosser Spass!

Das ungewoehnlichste war wohl ein Erlebnis an einer High-School. Auch wenn ich selbst nicht dabei war, so wurde mir berichtet, dass ein Helikopter (!) 30.000 kleine Plastikeier auf einem grossen Football Feld abgeworfen hat. Die Kinder sind dann mit Koerben aufs Feld gerannt und haben meisterhaft gesammelt. Muss ein toller Anblick gewesen sein..und gleichzeitig ein Beweis fuer Amerikas Gefallen an Ueberfluss und Verschwendung. Ava aber strahlte ueber ihre Schaetze.

Leider war ich an dem langen Wochenende eher selten am Strand, die meiste Zeit musste ich – wie bereits angedeutet – damit verbringen 30 Entscheidungen von 6 Richtern am Supreme Court zu interpretieren. Jeden einzelnen Paragraph einordnen auf welcher Grundlage der Richter dort argumentiert…was ein Spass…

Zurueck zum akademischen Teil: Das Semester war also eher erfolgreich, ich bin zufrieden mit meinen Noten und denke, dass ich sehr viel gelernt habe. Bildung ist hier einfach auf einem ganz anderen Level. Man erhaelt zwar leichter gute Noten wenn man hart arbeitet, dafuer ist der Aufwand aber enorm. Aber da die meisten Themen sehr interessant waren, hat das Lernen manchmal sogar Spass gemacht. Am letzten Tag wird dann nicht mehr viel gearbeitet, eher gegessen und geschwatzt. Mit meiner Sportswriting class bin ich abends in ne Bar und wir haben Sport Geschichten ausgetauscht. Was gibts besseres, als mit 15 Sport verrueckten zu debatieren?!

Das Ende meines Semesters bedeutete ja auch das Ende meiner Zeit mit all den tollen Freunden aus aller Welt, die ich ueber den Verlauf des vergangen Jahres gesammelt habe. Auch wenn ich die meisten Naechte in Melissas Wohnung verbracht habe, hatte ich doch immer wieder die Gelegenheit, mit allen auszugehen und Spass zu haben. Kann es kaum erwarten, einige von ihnen in Berlin zu begruessen und selbst in alle Teile der Welt aufzubrechen und sie zu besuchen. Ich habe nun Bekannte in fast jeder Grossstadt auf der Welt.

Die Abschiedsparty war natuerlich sehr ausgelassen, aber auch traenenreich. So ganz das gleiche Feeling wie zum Ende des 1. Semesters kam nicht auf, zum einen fehlten einige wichtige Beteiligte wie Gregor oder Jono, unserer Al Pacino aus Australien oder Erik, der ewiglachende Daene. Trotzdem hatten wir Spass, denn die Austauschstudenten, die im 2. Semester zu uns gestossen sind, haben sich nahtlos ins Chapel Hill Nachtleben eingefuegt.

Es wurden viele Plaene geschmiedet, Verpsrechungen gemacht, Umarmungen ausgetauscht. Ich habe eine Flagge, auf die alle eine kleine Botschaft geschrieben haben. Das Lesen aller Widmungen habe ich mir aber aufgehoben fuer meinen Flug nach Deutschland. Bin schon gespannt!

Waehrend die meisten das Land in den kommenden Tagen verlassen haben, hatte ich ja noch einige Wochen in Amerika vor mir. Noch so viel zu sehen, aber noch so wenig Geld uebrig. Also wurden aus den ehemals grossen Plaenen leider nur Trips innerhalb North Carolinas. Was natuerlich nicht bedeutet, dass die weniger spassig waren.

Eine Woche nachdem ich meine letzte Klausur geschrieben habe, hatte Melissa ihre Graduation. 2 harte Jahre Masterstudiums wurden mit einer schoenen Zeremonie beendet. Alle waren in den typischen Roben gekleidet, es wurden Reden gehalten und am Ende hat jeder einen Handschlag und seine ‚hood‘ ueber die Schultern gelegt bekommen. Wie man es von Amerika gewohnt sein darf, war alles sehr feierlich, professionell und die Beteiligten fuehlten sich sicher sehr geehrt. Ich hoffe, dass unser Abschluss am JFK zumindest halb so glamuroes wird…..we’ll see.

Wie es der Zufall so wollte, hatte sich Familie von Melissa aus Deutschland angemeldet. Mit ihrem Onkel und ihrer Tante sind wir dann also alle fuer eine Woche nach Wilmington. Ich liebe die Ostkueste einfach, das Meer, der Strand, die Luft. Koennte jeden Tag einfach nur am Strand liegen, ein Buch lesen und den Wellen zuhoeren. Wenn man allerdings eine Gruppe von 13 Leuten ist (Melissas Eltern und ihre Cousine kamen ebenfalls vorbei), dann ist es immer schwer, alle zu mobilisieren. Und der Ablauf von Kleinkindern schraenkt einen natuerlich auch manchmal ein.

Nichtsdestotrotz haben wir einige Sandburgen gebaut, Picknick am Strand gemacht und ich habe sogar meinen ersten Haifischzahn gefunden! Dazu muss ich sagen, dass ich wohl stundenlang am Strand auf- und abgewandert bin, um endlich einen zu finden. Ohne Erfolg – besagten Zahn fand ich dann durch Zufall, als ich mit Ava Wasser in ihren Eimer fuellte. The harder you look, the less you find.

Paar Tage spaeter waren wir dann im North Carolina Aquarium und ich hatte die Gelegenheit, meinen Zahn mit ausgestellten Gebissen zu vergleichen. Muss ein ziemlich grosser Hai gewesen sein! Leider habe ich den Namen vergessen, aber ich werd den Zahn mit nach Deutschland bringen.

An einem Tag hab ich dann einen weiteren Staat der USA kennen gelernt: South Carolina. Genau genommen die Outlet Mall von Myrtle Beach. Also nicht wirklich was aufregendes, aber wenigstens ein guter Platz, um mal wieder Klamotten zu kaufen…aber ich war brav, habe nur ein Polohemd gekauft!

Was gibt es sonst ueber Myrtle Beach zu berichten? Wie so oft in meiner Zeit hier in den USA hatte ich mal wieder Glueck. Es ist so, als plane hier jemand ein paar grosse Ereignisse nur fuer mich. Denn als wir dort waren, war Bikerweek. Die gesamte Stadt war also belagert von Harley Davidsons, hardcore Bikern und anderen interessanten Gestalten.

Ansonsten bietet Myrtle Beach nur eines: unzaehlige Minigolf Plaetze. Riesige Anlagen, Themepark aehnlich.

Fuer die letzte Nacht hatte sich Melissas Bruder auch etwas ganz besonderes fuer ihre Graduation ausgedacht: Ueber einen bekannten Arzt (seine Frau ist Aerztin), haben sie eine Yacht gemietet.

Auf der sind wir dann eines Abends losgesegelt, inklusive Koch und gutem Dinner. War eine lustige Fahrt, der Sonnenuntergang war perfekt und wir haben sogar Delphine gesehen! Genau genommen haben die uns gesehen, denn die haben uns einen Teil unserer Fahrt begleitet. Also nicht nur mein erster Haifischzahn sondern auch meine erste Delphinsichtung. Haben viele tolle Fotos gemacht, die ich hoffentlich irgendwann mal hochladen werde…habt Geduld.

Anschliessend ging es zurueck nach Durham, nur um direkt wieder nach Fayetteville zu fahren. Eine gute Freundin von Melissa war wieder in der Stadt. Ausserdem waren es aufregende Wochen fuer Melissa, da schadet es sicher nicht, die Eltern um sich herum zu haben. Mitten in der Jobsuche hat sich dann eine einmalige Gelegenheit aufgetan: Ein moeglicher Arbeitgeber war bereit, sie jetzt schon anzustellen, aber sie muss erst im September beginnen.

Was das bedeutet? Madame kommt nach Deutschland! Sie laesst mir drei Wochen Zeit, mich wieder an meine Heimat zu gewoehnen und dann kommt sie nachgeflogen, um mal mein Leben live zu erleben. Also lasst uns alle sicherstellen, dass sie Berlin und meine Freunde von ihren besten Seiten erlebt. Macht auch den Abschied wesentlich leichter, wenn man weiss, dass man sich in paar Wochen ja schon wiedersieht.

Also wie so oft: everything works out. Man muss halt nur dran glauben!

Verfasst von: ohcarolina | Juni 2, 2009

NATIONAL CHAMPIONS!!!

Nachdem ich ja zuletzt mal wieder extrem schreibfaul war (und ich hoer an dieser Stelle einfach mal auf, mich dafuer zu entschuldigen. Ich hab einfach zu viel andere Dinge um die Ohren), hat mir vergangener Montag den perfekten Grund geliefert, mal wieder meine Gedanken zu ‘Papier’ zu bringen.

Stellt euch folgende Situation vor: Ihr seid ein absolut Basketball Verrueckter, ihr kommt in die beneidenswerte Situation, an eines der erfolgreichsten Basketball Colleges der USA geschickt zu werden und dann…EUER TEAM GEWINNT DIE NATIONAL CHAMPIONSHIP!!! that’s the icing on the cake. I can’t believe I’ve been a part of all this.

Unser team ist in die Saison als der Topfavorit gegangen. Vier der Starter kamen zurueck, anstatt sich in der NBA zu versuchen. Und von Anfang an hiess es: this team is on a mission. They are coming back only for a single reason, to win the title. Naja, zu Beginn der Saison sah auch alles danach aus, als wuerde das einzige interessante diese Saison sein, ob wir ungeschlagen durch die gesamte Saison gehen. Aber nachdem wir die ersten 16 Spiele gewonnen haben, hagelte es auf einmal zwei Niederlagen in Folge.

Erste Zweifel kamen auf, ist das Team eventuell ueberbewertet, ist die Defense zu schwach, koennen wir einfach nicht gegen Teams gewinnen, die starke Guards haben? Als es dann in die entscheidende Phase der Saison ging, verletzte sich das Herz unserer Mannschaft, Ty Lawson (ja, fuer all die, die sich mit der Materie auskennen, er ist wichtiger als Tyler Hasnbrough). Wir gingen ins ACC Turnier (ein regionales Turnier zwischen den besten zwoelf Mannschaften unserer Division) und verloren im Halbfinale. Wir wurden fuers folgende NCAA tournament trotzdem an 1. Stelle eingestuft.

Der Modus? Die besten 64 Teams des ganzen Landes spielen in vier Regional Turnieren im KO Modus die Teilnehmer des Final Fours aus. Nachdem wir in der ersten Runde einen Aussenseiter mit 50 Punkten unterschied nach Hause geschickt haben, kam auch Ty Lawson zurueck. Er half uns, die zweite Runde zu ueberstehen und somit ins Sweet Sixteen einzuziehen.

Wir steigerten uns von Spiel zu Spiel und galten wieder als der Top Favorit, auch wenn einige immer noch Zweifel hatten, wie wir uns gegen eines der richtig guten Teams schlagen wuerden. Im Halbfinale ging es gegen Villanova, eines der Ueberraschungsteams des Turniers. Nach unserem groesstenteils ungefaehrdeten Sieg, bekam ich dann einen Vorgeschmack, wie hier gefeiert wird. Franklin Street wird gestuermt, Feuer werden angezuendet und die ganze Stadt ist in Carolina Blue getaucht.

Aber das war alles noch nix im Vergleich dazu, was Montag Nacht passieren sollte. Unser Gegner im Finale war Michigan State, sowas wie die Cinderella Story. Keine Superstars, ein hart arbeitendes, well coached team aus einer der Regionen, die momentan am meisten unter der Wirtschaftskrise leidet. Der Grossteil des Landes wollte wohl, dass Michigan gewinnt. Aber nicht mit uns…

Wir spielten dominant, hatten nach der 1. Halbzeit eine 20 Punkte Fuehrung und Michigan kam nie naeher als 12 Punkte in der zweiten Haelfte. Das Spiel habe ich – wie schon das Halbfinale am Samstag zuvor – in Jack Sprats geguckt. Melissa und ich trafen uns mit all den Internationals 4 Stunden vor tip-off…und wir bekamen die letzten Sitzplaetze. Jede Bar ist hier bis unter die Decke gefuellt, die koennen 10 dollar und mehr Eintritt verlangen, alle Wagen on Franklin Street wurden entfernt. Die Stadt war also bereit fuer die groesste Party seit 2005 (als wir das letzte mal Meister wurden).

Nachdem wir die letzten Sekunden runtergezaehlt haben, we rushed Franklin Street again. Diesmal waren es allerdings 45.000 Menschen. It was totally insane, everybody was celebrating, you could see bonfires everywhere. Strassenschilder wurden runtergeholt und leute surften auf denen ueber der Masse. Und wir alle mitten drin. Ich hatte Melissa auf meinen Schultern und sie hat Fotos gemacht.

Um einen kleinen Eindruck davon zu haben, wie das ganze abgeht, hier ein Zeitraffer video:

http://blogs.newsobserver.com/multi/franklin-street-time-lapse

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und das bin ich! die Farben sind anders, aber das ganze fuehlte sich doch irgendwie sehr nach den Deutschland Spielen im Sommer 2006 und 2008 an. Hab auch brav “so seh’n Sieger aus, shalalalala” mit den anderen Austauschstudenten aus Deutschland gesungen.

Am Tag darauf sind wir dann alle in Dean Dome um die Spieler willkommen zu heissen. Alle sahen ziemlich uebernaechtigt aber gluecklich aus. Sie haben uns die Trophae und die Netzte der Koerbe mitgebracht und wir haben alle zusammen ein letztes mal den Tar Heels Song gesungen (siehe oben).

Eine aufregende Saison geht zuende, unsere Seniors haben ihre Karriere mit einem Titel gekroent und einige von ihnen werden nun hoffentlich eine erfolgreiche NBA Karriere angehen. Hat nicht lange gedauert, bis ich mich mit dem Team verbunden fuehlte. Aber klar, wenn das Team einfach so geil ist, muss man wohl fan sein, ne! Endlich ein weiterer Grund, mitten in der Nacht aufzustehen und Basketball zu gucken…

Anmerkung: Wie ihr der Einleitung entnehmen koennt, habe ich diesen Eintrag vor langer Zeit geschrieben, genau genommen am 12. April. Leider nur vergessen, ihn zu veroeffentlichen.

Verfasst von: ohcarolina | Juni 2, 2009

Vegas Baby!

What happens in Vegas, stays in Vegas…or so they say. Ich hab natuerlich keine Geheimnisse und werde daher mal erzaehlen, wie ich Sin City so erlebt hab.

Flug war relativ ereignislos, Zwischenstop in Atlanta und ich kann jetzt wenigstens behaupten, ich war mal in Georgia, waehrend ich hier bin..naja. Leider keine Hawks Spieler gesehen. Dafuer aber das Trivia Quiz im Flugzeug dominiert. Delta hat naemlich son cooles quiz, in dem man gegen andere Fluggaeste antritt. Melissa und ich haben da die meisten Runden gewonnen, teils durch raten, teils durch knallhartes Wissen.

Angekommen am Flughafen in Las Vegas bot sich uns genau das Bild, das wohl jeder schon mal erzaehlt bekommen hat: Slot machines bereits am airport. Haben aber wiederstehen koennen, unsere Koffer abgeholt und dann unseren Shuttle Bus Richtung Hotel bestiegen. Da es schon dunkel war (wir konnten leider nur einen Flug bekommen, der spaet landet, dafuer hatten wir aber nen super deal: 4 Naechte, inklusive Flug und Cirque du Soleil tickets fuer 4XX dollar) konnten wir Vegas also im besten Lichte bestaunen. Angekommen im Treasure Island, unserer Bleibe fuer die kommenden Tage (das ist das Ding mit der Piratenschiff show, fuer alle die, die bereits mal in Vegas waren), wurden wir erstmal erschlagen von Kokusduft. Alle Hotels benutzen hier ordentlich Parfuem um die Raeume zu verpesten.

Das Hotel war wirklich sehr schick, 2008 renoviert worden und sehr sauber und luxerioes, auch wenn unser Zimmer jetzt nicht das groesse war. Aber wir sind ja auch keine high roller sondern mittellose Studenten. Die erste Nacht, geplagt von Reisestrapazen, haben wir dann nicht viel gemacht. Ein wenig unser Hotel erkundet, paar Dollar in Slotmaschinen ‘investiert’ und sind dann fuer Vegas Verhaeltnisse frueh ins Bett gegangen.

Am naechsten Morgen haben wir uns dann aufgemacht, den Strip zu erkunden. Sooo viel gibts ja in Vegas auch eigentlich nicht zu tun. Hotels angucken und zocken. Und genau das haben wir gemacht. Wir hatten ne zeitlang mal die Idee, ne Grand Canyon Tour zu machen, aber nachdem wir uns die Preise angeguckt haben, mussten wir uns wohl eingestehen, dass das nicht im Budget ist. Also haben wir so gut wie jedes Hotel am Strip ausfuehrlich begutachtet und ueberall ein wenig Geld gelassen. Am beeindruckensten ist wohl das Wynn, plus dem Anbau Encore. Seeeeehr schick und sehr teuer. Aber dafuer fuehlt man sich auch wie ein Prinz. Am schaebigsten war das Monte Carlo, ein alter Schuppen mit keiner besonderen Attraktion.

Denn die meisten Hotels haben eine besondere Show, angepasst an den Style. So kann man eine (historisch inkorrekte) Brunnenshow mit roemischen (und griechischen) Gottheiten im Caesars Palace bewundern, echte Loewen in einem Glasgehege im MGM Grand etc etc.

Eine der besseren Attraktionen ist sicher die Springbrunnenshow vor dem Bellagio, untermalt mit klassischer Musik bewegen sich die Wasserfontaenen zum Rhythmus, 2x pro Stunde. Jedes Hotel hat auch seine eigene shopping mall, allerdings mit Geschaeften, die sich wohl eher an Kunden richten, die ihre Chips an den 100 Dollar minimum table verspielen. Hab jedenfalls NIX gekauft in Vegas, was ich hiermal hervorheben moechte. Aber keine Sorge, ich werde mit genug Klamotten nach Hause kommen, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Die Abende haben wir dann meist mit zocken verbracht, denn immerhin kriegt man alle Drinks gratis waehrend man spielt. Sogar, wenn man nur an den 1 cent Slot machines sitzt (was wir natuerlich den Hauptteil unserer Zeit gemacht haben, da wir a) geizig sind b) eh kein Geld haben c) das suechtig macht und d) wir gratis drinks haben wollten. Mit dem festen Glauben, dass diese Maschinen doch alle manipuliert sind und man ja nicht gewinnen kann, haben wir uns dann in Nacht 3 mal an die Roulette Tische gewagt. Leider ist da der Mindesteinsatz 5 dollar, also muss man schoen konservativ spielen, wenn man die Brieftaschen so schmall ausgestattet sind wie unsere.

Aber Fortuna war uns hold! Ich habe 95 dollar und Melissa 70 gewonnen. Mit vollen Taschen sind wir also zurueck in unser Hotel (wir haben meistens im MGM Grand gespielt, weil es einfach mal RIESIG ist). Leider war ich so ueberzeugt von meiner Gluecksstraehne, dass ich endlich auch mal Black Jack spielen wollte (was bisher fuer mich tabu war, da der Mindesteinsatz 10 dollar pro Hand war). Nach 5 Minuten habe ich 40 dollar meines Gewinns verspielt und bin frustriert auf mein Zimmer.

An unserem letzten Abend in Vegas haben wir dann unsere Tickets genutzt und die Cirque du Soleil show angeguckt. Genau genommen gibt es sechs verschiedene in Vegas, unsere Variante nannte sich „Ka“. Eine sehr professionelle, beeindruckende Produktion, mit Artisten auf einer schwebenden Buehne. Ein kompletter Vegas Aufenthalt sollte auf jedenfall eine Show beeinhalten, KA war defintiv eines der Highlights unseres trips.

Die restlichen 55 dollar habe ich ebenfalls sehr sinnvoll investiert. Koffer gepackt, ausgecheckt, waren wir bereits mit unserem shuttle bus am Flughafen angekommen, als ich realisierte, dass ich vergessen hab, den safe zu leeren bevor wir das Zimmer verlassen haben. Reisepass, Kamera, Ipod, Geld…you name it. Also mussten wir ein Taxi hin und zurueck bezahlen, was mit Trinkgeld an die 50 dollar gekostet hat…good times! Insgesamt sind wir also mit +- 0 wieder nach Hause geflogen.

Was bleibt? Die Gewissheit, dass es den USA nicht soooo schlecht gehen kann. Zwar sprechen alle von Rezession und Wirtschaftsdepression, aber solange die Strassen (und Casinos) an einem gewoehnlichen Maerz Wochentag in Vegas so gefuellt sind, muss man sich wohl keine Sorgen machen. Vegas ist aufregend, und je mehr Geld man hat, desto mehr Spass kann man haben.

In Erinnerung bleiben mir ausserdem die zahllosen Mexikaner, die einem Flyer mit nackten Frauen in die Hand drucken. Ein wenig Gesellschaft fuer einsame Stunden mit einer aufgetakelten 50jaehrigen? Dann bist du in Vegas genau richtig!

Ich hatte jedenfalls Spass und will gern nochmal hin. Am besten, nachdem ich im Lotto gewonnen habe.

Fotos wie immer bei Flickr. Viel Spass!

Verfasst von: ohcarolina | Februar 23, 2009

Act a Fool! (on the road)

Musik:http://www.youtube.com/watch?v=F3m3WA2t-us

Wenn man in Deutschland aufgewachsen ist und an das dortige oeffentliche Nahverkehrssystem gewohnt ist, dann fuehlt man sich hier in Amerika ziemlich zurueckgworfen. Vor allem als Berliner ist man da verwoehnt, denn ich wuerde unser System mal als eines der besten und effizientesten der Welt beschreiben (jedenfalls im Vergleich zu all den Grosstaedten, die ich bisher kennen gelernt habe).

Als Austauschstudent in Amerika ist man allerdings auf die Busse hier angewiesen. In meinem Semester hat sich nur eine Kommilitonin ein Auto gekauft, der Rest benutzt die diversen Busse um von A nach B zu kommen. Groessere Supermaerkte, Malls oder Kinos sind nur mit dem Bus zu erreichen.

Neulich habe ich mit meinem roomie Arnaud versucht, University Mall per Bus zu erreichen. Und obwohl wir uns zuvor online informiert haben, dazu Informationen an der Bushalte stelle selber eingeholt haben UND diverse Busfahrer konsultiert haben, sind wir am Ende irgendwo in der Wildnis gelandet. Die Busfahrer der Busse, die wir nehmen wollten, haben naemlich jedeweils gesagt: „I’m not going to Univesity Mall“. Natuerlich wussten sie auch nicht, welcher Bus der Richtige ist.

Arnaud hatte dann die Idee, einfach den naechsen Bus zu nehmen und zur Franklin Street zu fahren, da dort die meisten Busse abfahren. Leider fuhr unser Bus nicht dorthin sondern war ein Shuttle Bus zu umliegenden Parkplaetzen. Besonders schoen war, dass besagter Bus ein Express Bus war, der natuerlich erst 25 Min. Spaeter seinen 1. Stop macht. Wir waren also weit ausserhalb von Chapel Hill, auf einem vereinsamten Parkplatz gestrandet.

Nachdem alle Passagiere ausser uns den Bus verlassen hatten, guckte uns der Busfahrer mit grossen Augen an und fragte, wohin wir denn wollten. Er kam dann mit einem abenteuerlichen Plan an, der drei mal umsteigen beinhaltete. Zum Glueck hatte ich noch Googlemaps auf meinem Laptop offen, mit einer Karte der Umgebung. Hab ihn dann gefragt, ob er uns an einer Ecke auf seiner Route rauslassen kann. Wir sind dann von dortaus gelaufen (20 Minuten).

Der Busfahrer meinte nur, dass sei keine Distanz, die man laufen koenne. Aber dazu muss gesagt sein, dass alles was laenger als 5 Min. Laufen beinhaltet, im autoverwoehnten Amerika als unzumutbar angesehen wird. Nachdem wir also querfeldein gewandert sind, kamen wir endlich am ersehten Ziel an, mit der Gewissheit, dass das Bussystem hier deutlich Nachholbedarf hat.

Zur Ehrenrettung des Chapel Hill’schen Nahverkehrssystem sei gesagt, dass wir auf dem Rueckweg nicht warten mussten und gleich den richtigen Bus bekommen haben (denn normalerweise verkehren die hier nur alle 60 Minuten, ausserhalb von Stosszeiten).

Nichtsdestotrotz waere es schoen, wenn das ganze mal von Grundauf erneuert wuerde. Z.b. wuerde ne Karte, mit der Umgebung und der Busroute an jeder Haltestelle schon mal enorm helfen. Oder Busfahrer, die ein wenig mehr als nur ihre eigene Route kennen. Oder so ne effektive Suchmaske wie auf BVG.de, wo man nicht vorher wissen muss, welchen Bus man nehmen will, sondern einfach Startpunkt und Ziel angibt. Oder sinnvolle Namen, die ein System vermuten lassen, welcher Bus wohin fahert.

Anyways, in einem Land wo nun fast jeder sein eigenes Auto hat, da ist das Bussystem halt vor allem fuer Arme und Austauschstudenten vorbehalten und wird daher von den Administrativen eher stiefmuetterlich behandelt.

Aber es gibt auch Positivies ueber die Busse hier zu berichten. Der sogenannte „P2P“ Bus ist einfach mal eines der Highlights des Nachtlebens. Hab ja im ersten Semester schon mal ein wenig davon berichtet. Das ist so eine Art Shuttle Bus, der ab abends 7 pm bis morgens um 3 die Franklin Street mit allen Wohn communities auf dem Campus verbindet. Meist laeuft laute Musik, alle sind in ausgelassener Stimmung und groehlen mit. Viele Bekanntschaften, Affaeren oder Beziehungen wurden dort wohl schon gestartet, wenn man aus Platzmangel auf einmal eine fremde Frau auf dem Schoss hat.

Einer der Busfahrer ist selbst immer in ausgesprochen guter Stimmung und traegt mit diversen Kommentaren und Spruechen zur guten Laune bei. Meist macht er dann auch das Licht im Bus aus. Neulich hab ich einen der Basketballspieler im P2P getroffen, alle haben auf ihn eingeredet, da er sich zu Beginn der Saison das Handgelenk gebrochen hat und paar Tage spaeter sein Comeback geben sollte.

Der P2P Bus hat uns schon oft genug nach Hause gebracht und ist sicherlich der Star im oertlichen Bussystem.

Im uebrigen fehlt mir mein Fahrrad total. Hab mich so daran gewoehnt, die meisten meiner Ziele in Berlin auf dem Rad zu erreichen. Haette ich von Beginn an gewusst, dass ich ein ganzes Jahr bleiben wuerde, so haette ich mir sicher ein billiges zugelegt. Naja nun lohnt es sich nicht mehr und dankbarerweise hat ja Melissa ein Auto, mit dem ich viel rumkomme.

Mir wurde auch die zweifelhafte Ehre zuteil, dieses Wochenende nach Wilmington(und zurueck) zu fahren. Allerdings hat meine geduldige („you drive like a opa!“) Fahrweise Melissa’s Geduld doch arg strapaziert und wir hatten unsere erste Auseinandersetzung. Ich gebe zu, dass ich sicherlich in einigen Situationen paar Anfaenger Fehler gemacht hab (klar bin ich unerfahren. Denn obwohl ich meinen Fuehrerschein seit bald 8 Jahren hab, bin ich doch sehr selten nur gefahren), aber manchmal haben wir wohl einfach gegensaetzliche Einschaetzungen einer Situation gehabt.

Ich jedenfalls mag meine Fahrweise und bin kein grosser Freund, wenn man mir zu viel reinquatscht. Aber das soll jetzt mal nicht die Stimmung trueben, denn das Wochenende selbst war total entspannt und lustig. Und Zeit am Strand zu verbringen ist eh immer total relaxend, auch wenn es momentan noch zu kalt ist, um sich in die Sonne zu legen.

Uebrigens, dieser Beitrag wurde ironischerweise in einem Bus geschrieben.

Verfasst von: ohcarolina | Februar 20, 2009

Arnold wird esoterisch

Song fuers heutige Lesen:

http://www.youtube.com/watch?v=ZSK9kkM7GL4&feature=related

Nachdem ich zuvor ueber was ganz irdisches wie amerikansiches Fernsehen geschrieben hab, wirds jetzt mal bisschen spirituell. Sicherlich fuer einige ueberraschend, die mich als eher rationell funktionierenden Menschen einschaetzen. Aber die Vergangenheit hat mich einfach gelehrt, dass es funktioniert: Erwarte positive Dinge, und sie werden passieren.

Ich mein, ganz allgemein, kann es ja nicht schaden, dass man ne grundsaetzlich positive Einstellung zum Leben hat. So aergert man sich nicht dauernd mit Kleinigkeiten rum oder laesst sich von Sachen aus der Bahn werfen, die gar keine Aufmerksamkeit verdienen. Faszinierend ist nur, dass man das aktiv nutzen kann, um sein “Schicksal” (ich lass das jetzt hier mal offen, ob ich an sowas glaube) positiv zu beeinflussen. Das funktioniert im grossen Rahmen, wie bei kleinen Dingen.

Fuer mich gewinnt das grad an Bedeutung, weil ich zum einen so viele Beispiele dafuer erhalte, dass es fuer mich funktioniert und zum anderen, weil ich in eine ungewisse Zukunft blicke. Im Mai bin ich fertig hier, dann muss ich zurueck nach Deutschland um mein Studium abzuschliessen. Und dann…? Ich habe eine tolle Freundin hier, mit der ich mir eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Ich habe Amerika immer geliebt und meine tolle Erfahrung hier stimmt mich nur positiver, dass ich hier irgendwann leben und arbeiten will.

Und obwohl alles so ungewiss ist, ich nicht weiss, wo ich wann sein werde, so glaube ich doch fest daran, dass alles seinen gerechten Weg gehen wird und sich in Wohlgefallen aufloesen wird. Natuerlich waere es schon angenemher zu wissen, was passiert. Sollte ich direkt zurueck im Mai, um ins laufende Semester einsteigen (was ne Menge Stress, keine Pause und eine moegliche temporaere Trennung von Melissa bedeutet), oder hier ein Praktikum ranhaengen, dafuer aber meinen Abschluss um ein Semester verschieben? Ich hoffe, ich weiss bald eine Antwort, momentan diskutier ich noch mit mir.

Erstmal heisst es aber, zurueck nach Deutschland und meinen Bachelor abschliessen. Warum also der ganze talk ueber positive thinking? Ich hab vor zwei Wochen meinen Schluessel verloren und ihn vor paar Tagen wiedergefunden. Das spart mir 60 Dollar, um einen neuen zu bestellen und ne Menge Stress. Das lustige daran: Ich ging die ganze Zeit davon aus, dass ich ihn wiederfinde. Und siehe da, auf einmal taucht er in unserer Bib an der Rezeption auf.

Naja das gleiche ist mir ja letztes Semester schon mit meinem Ipod passiert. Und wenn man einfach mal von ausgeht, dass es gut ausgeht, dann wirds auch so kommen. Jedenfalls hat mich das meine Vergangenheit bisher gelehrt. Oder warum wurde es mir ermoeglicht, ein weiteres Semester hier zu bleiben? Oder warum wurde ich als Basketball Fan an die beste Basketball Uni Amerikas geschickt? Warum lern ich hier eine tolle Frau kennen? Weil ich dran glaube, dass es so sein soll.

Ok, genug des Esoterischen. Immer klappts naemlich nicht. Hab in meiner Politik Klausur von Dienstag, wo ich mit nem soliden B gerechnet habe, 56 von 100 Punkten erreicht. Was ein D ist und meine schlechteste Klausur, die ich je in Unizeiten geschrieben habe. Hat mich ziemlich angekotzt, offenbar wurde etwas anderes inhaltlich erwartet, als ich im Kopf hatte. Anyways, das sind nur 25 % der Gesamtnote, muss ich mir halt jetzt etwas den Arsch aufreissen, um das noch rumzudrehen. Ein B am Ende sollte es schon sein, um meinen Schnitt zu halten.

Ansonsten bin ich zufrieden mit meinen Noten soweit. Hab fuer all meine Stories in der Creative Sports Writing Class bisher Bs bekommen. Die naechste Story wird vom LaCrosse Trainer handeln. Kein Plan, warum dieser Sport hier so populaer ist. Geht so ein wenig in Richtung Hockey, fuer die, die nicht wissen, was gemeint ist.

Bald stehen die Midterms an: 2 Klausuren und ein Paper ueber ein women’s basketball game. Danach gehts nach Las Vegas, bin schon ein wenig aufgeregt. Endlich in die Stadt der Suenden. Kommendes Wochenende gehts erstmal wieder nach Wilmington, Melissas Bruder und seine Kids besuchen.

Euch ein schoenes Wochenende in Berlin, hoffentlich mit waermeren Temperaturen.

Arne

Verfasst von: ohcarolina | Februar 19, 2009

Anoop Dogg

Mojn,

erstmal mein aktueller Lieblingssong, sozusagen als Hintergrundmusik, wenn ihr den heutigen Eintrag lest:

http://www.youtube.com/watch?v=rd3rA89VhtA&feature=related

heute mal ein wenig amerikanische Pop Kultur. Ich werd euch mal naeher bringen, was ich hier so im TV gucke (ausser Sport, versteht sich). Erstmal ganz allgemein, fernsehen ist hier ziemlich unterschiedlich. Da ist erstmal das Ueberangebot an verschiedenen Sendern. Hier in North Carolina hat man eigentlich wenig Auswahl, wenn man keine Sat Schuessel hat, denn es gibt nur einen Kabelprovider. Time Warner Cable nutzt diese Monopolstellung, um ordentlich Geld rauszupressen. Ich glaub, fuer ein Paket inklusive Internet zahlt man hier 120-130 dollar.

Dafuer kriegt man dann aber auch 200+ Kanaele. HD ist hier seit Jahren etabliert und fast jeder der grossen Sender strahlt sein Programm in HD aus, sei es News, Serien oder Sport. Ein weiterer geiler Service ist ne DVR Funktion. Man hat in seiner Kabelbox ne Festplatte, mit der man Sendungen aufnehmen kann. So verpasst man nie seine Lieblingsserie. Oder wenn aufs Klo muss, bei ner Livesendung, drueckt man einfach Pause und guckt weiter, wenn man fertig ist. Hammer funktion, sehr praktisch. Manche von euch erinnern sich sicher an die Telekomwerbung in Deutschland. Die bieten das auch an, allerdings ist es halt hier in Amerika laengst Standard. Aber vielleicht hat sich das ja in Deutschland geaendert und ich weiss es nur nicht.

Ansonsten gibt es einige andere Unterschiede zum deutschen TV. Waehrend sich die Sender bei uns ja groesstenteils abstimmen, was sie wann senden, (tagsueber schrott talkshows, gerichtssendunge, etc. am fruehen abend billig Serien und ab 20:15 Filme und Ami Serien), so ist das in Amerika total aufgebrochen. Hier kann man alles rund um die Uhr gucken. CSI oder Splatter Film…laufen parallel zum Kinderprogramm. Reruns den ganzen Tag. Werbung ist hier ja bekanntermassen mehr als bei uns. Also mehr Werbeblocks, aber die sind kuerzer. Keine Ahnung, was besser ist. Mit oben beschriebenem DVR system ist das eh obsolet, da man einfach vorspult.

Auffaellig ist aber auch, dass manchmal der gleiche Film 2x hinereinander kommt. Just in case man hat den Beginn verpasst, so schaltet man halt einfach 2 Stunden spaeter ein, um den ganzen Film zu gucken. Inhaltlich gibts natuerlich viel Mist. Kein oeffentliches Fernsehen, wie bei uns (auch wenn das ja auch mehr und mehr an Qualitaet verliert, nur um Quoten zu machen), dafuer aber viel privatfinanzierte, teure, aufwaendig produzierte Sendungen. Die meisten kommen ja eh irgendwann nach Deutschland. Newssendungen sind so viel professioneller und interessanter als bei uns, daher haben sie auch einen ganz anderen Stellenwert im Programmanteil.

Am meisten nervt mich son baertiger Typ, der diese ganzen billig Produkte kauft. Diese Dauerwerbesendungen…hier ist das immer der gleiche Typ, schmierig, sieht aus wie Al von “Hoer mal wer da haemmert”, gleicher Bart, Flanellhemden. Und verkauft nur Mist, der eh nicht funktioniert und nur billiges Plastik ist.

Da ich Melissa gelegentlich noetige, mit mir Lakers oder Liverpool Spiele zu gucken, bin ich im Gegenzug natuerlich auch bereit, mir einige ihrer Sendungen anzugucken. Und ich muss gestehen, einiges davon macht sogar Spass. So hat z.B. die amerikanische Version des Bachelors einige unfreiwillig komische Stellen. Auch wenn wir es vermutlich aus anderen Gruenden gucken, als die meisten (AS IF), so verfallen wir doch manchmal dem ganzen Drama….”next week on the Bachelor: the MOST DRAMATIC rose ceremony ever!!!”…

Ich hab jetzt sogar paar mal Sex and the City geguckt. Auch wenn ich das immer noch eher langweilig finde, so ist es allemal besser als Grey’s Anatomy (mal sehen, wie viele mich dafuer jetzt verteufeln) oder Private Practice (ein Grey’s spinoff, weiss nicht, ob das auch in Deutschland laeuft). Aber was wohl am meisten Spass macht, ist American Idol. Wohingegen das in Deutschland ja eigentlich nur sehenswert ist wegen Dieter Bohlen’s Spruechen, so gibts hier richtig viele gute Talente.

Und natuerlich haben wir einen favorite…meet ANOOP DESAI. Ein nerdy aussehender Inder, mit einer perfekten Stimme, sehr soulig, R&B. Und das beste an ihm??? er ist ein Tar Heel!!! Er geht hier in Chapel Hill zur Grad School und ist inzwischen ein Star aufm Campus. Ueberall sieht man die bekannten Obama Schilder mit Anoop’s (Anoop Dogg!) Gesicht, die zum voten auffordern.

anoop

Er ist auch Teil einer Band, the Clef Hangers. Sehr populaer at UNC, die singen viel Acapella und Anoop ist deren Solist. Einfach mal bei Youtube suchen, gibt viele Videos.

Hier erstmal ein paar seiner Songs, die er beim Casting gesungen hat:

http://www.youtube.com/watch?v=y6zAeUlLZBM thank you by Boyz II Men.

und hier ein kleiner Fernsehbericht ueber ihn. http://www.youtube.com/watch?v=GZd3ZJNZR88

Nachdem er es durch die ersten beiden Runden geschafft hat, war er unter den Top 36. Da hat er dann leider nen ungluecklichen Song gewaehlt. Und obwohl hier aufm Campus und bei Facebook tausende Studenten mobilisiert wurden, fuer ihn zu waehlen, hat er es dann knapp nicht geschafft. Die 3 besten seiner 12er Gruppe kamen weiter, er war 4. mit 20.000 Stimmen weniger als der 3. (bei insgesamt 24 Mio. Stimmen).

Sein Song in der letzten Runde: http://www.youtube.com/watch?v=p6BSPuJSpWE Angel of mine by Monica (or Brandy? Don’t know)

Hoffentlich schafft er es aber in die Wild Card round. Da duerfen dann einige von der Jury gewaehlten nochmal gegeneinander antreten und die drei besten kommen weiter. Er muss es einfach unter die besten 12 schaffen, er hat das Talent. Und ist son sympatischer Typ. Melissa meinte, sie kann sich noch an ihn vor vielen Jahren erinnern, da war er total fett. Wenigstens seinen Geek Look hat er nicht verloren,hehe.

Am 5. Maerz ist die Wild Card round, ich halte euch auf dem Laufenden. Jetzt muss ich erstmal zu meinem Politik Kurs, hab am Di. meine erste Klausur geschrieben und krieg die jetzt wieder. Sollte wohl ein solid B sein, wenn mich mein Gefuehl nicht taeuscht. Aber mal sehen.

Gehabt euch wohl

Verfasst von: ohcarolina | Februar 6, 2009

Care Bear

Mojn

also erstmal sorry, dass mein Deutsch doch ziemlich diffus ist. Ich hab neulich mal paar Eintraege ueberflogen und ich mach ja doch gehoerig viele Fehler. Das liegt natuerlich nicht nur daran, dass meine Mutation zum Amerikaner weiter voranschreitet, sondern hat auch damit zu tun, dass ich nicht Korrekturlese. Zum einen, weil ich mein eigenes Zeugs ungern nochmal lese und zum anderen, weil ich die Spontanitaet erhalten will. Falls es den Orthographie Enthusiasten unter euch manchmal uebel aufstoesst, dann entschuldige ich mich hiermit in aller Form.

Aber gehen wir mal wieder zum Tagesgeschaeft ueber. Heute bin ich mal wieder um 6 aufgewacht, Melissa muss um 7:15 in ihrer Schule sein (wo sie ein Praktikum macht), ich zahl also den Preis fuer gemeinsame Naechte, indem ich den ganzen Tag Zombieartig herumlaufe. Zum Glueck ist Freitags wenigstens kein Kurs angesetzt, dafuer werd ich aber trotzdem den ganzen Tag studieren. Muss ne story ueber unser Women Soccer Team schreiben: Das ist das erfolgreichste Sportprogramm in Amerika, von moeglichen 28 Titeln, haben sie 20 gewonnen. Und mit meiner Sports Creative Writing Class haben wir am Mittwoch nen Field Trip gemacht. Haben mehrere Spielerinnen und Coaches interviewt. Und jetzt muss ich bis Sonntag um Mitternacht meine Story fertig haben.

Den Beginn der Woche habe ich auf Melissas Couch verbracht. Denn ich hab mir aus Wilmington ein paar schoene Bakterien mitgebracht. Son Kindergeburtstag ist dafuer ja ideal. Wie mit den Rotznasen, so unterscheidet sich ein amerikanischer Geburtstag auch sonst nicht wirklich von deutschen. Jedenfalls, soweit ich mich erinnern kann, denn dies war  mein erster vierjaehirger Geburstag seit..ja seit ich vermutlich selbst 4 Jahre alt wurde. Hoffe aber, dass unsere Kindergeburtstage nicht so stressig waren. Irgendwie ist das ein ewiges hin und hergescheuche. Spielen, Pizza, Spielen, Kuchen, Spielen. Die Eltern stehen in der Kueche, trinken Bier und essen Chicken Wings. Klar kann man von 10 Vierjaehrigen nciht erwarten, dass sie gesittet ne halbe Stunde am Tisch sitzen und Konversation betreiben. Aber das Towuwabowu war doch bemerkenswert. Vielleicht hat ja auch die ganze Welt heutzutage ADS.

Ansonsten wars aber alles ganz niedlich, die Kleenen haben viel im Garten gespielt und ich hab smalltalk mit Unbekannten gemacht. Das ganze war geschickt geplant, denn es war Super Bowl Sunday und Kick Off ist um 6. So ist also garantiert, dass alle Vaeter rechtzeitig dafuer sorgen, dass ihre Kinder nachhause gehen. Den Rest des Abends hab ich also mit Football gucken verbracht, unter Menschen denen das Ergebnis egal ist und die den Sport doof finden. Aber das Spiel war so spannend, dass sogar die groessten Unbeteiligten am Ende mitgefiebert haben. Leider haben die Underdogs aus Arizona in letzter Sekunde noch den Sieg hergeben muessen. Aber es war definitiv ein Spiel, an das man sich noch lange erinnern wird.

Apropos Spiel: die Lakers haben gestern den Celtics die Stirn geboten und in der selben Arena einen Sieg in Overtime entfuehrt, wo sie noch im Juni 08 mit 36 Punkten Unterschied die Meisterschaft verspielt haben. Die Intensitaet war jedenfalls playoff like. Und Kobe hat mit 3 3er in 4 Minuten im letzten Viertel mal wieder mein Herz erwaermt. Ist schon schoen, wenn man Fan des besten Spielers auf der Welt ist. Wer es nicht mitbekommen hat, nur 3 Naechte zuvor hat er Jordan’s Rekord gebrochen, fuer die meisten Punkte in der beruehmtesten Halle der Welt. 61 Punkte hat Mr. Bryant gegen die Knicks im Madison Square Garden erzielt.

Aber genug vom Sport. Lieber was von Amerika: Hier ist es Arschkalt, -6 Grad heute morgen. Ich kann euch also nicht mehr neidisch mit den Temperaturen hier machen, denn momentan frieren wir uns alles ab. Und wer ist Schuld? Son doofes Murmeltier, dass hier vor einigen Tagen seinen Schatten gesehen hat:

http://www.youtube.com/watch?v=KCbrzMaYXZU

Also haben wir jetzt 6 weitere Wochen Winter hier. Und wer hats erfunden? Die Deutschen..geht naemlich zurueck auf deutschen Aberglauben. Na Danke. Wenigstens haben die Amis die richtige Antwort darauf. Die haesslichsten Schuhe der Welt, Uggs. Also ich musste ja im Sommer schon mit Erschrecken feststellen, dass sie keinen Geschmack haben, was Schuhe angeht. Aber was diesen Winter hier los ist, das uebertrifft alles.

Hier eine kleine Auswahl: http://www.uggaustralia.com/ProductsList.aspx?gID=w&categoryID=283&page=1

Ich mein..das kann doch nciht euer Ernst sein? Ich weiss nicht,was schlimmer aussieht. Hosen IN den boots, oder Hose ueber den Boots. Denn wenn man sie drueber hat, gucken nur diese klobigen, unfoermigen Enden der Schuhe heraus. Astronauten Schuhe mit Fell. 80 % der Frauen hier tragen die, alle sehen aus als haetten sie Klumpfuesse. Und das beste: die Kosten 120 Dollar und aufwaerts…WTF?!

Anyways, in 6 Wochen ist es ja vorbei. Ein weiteres Aergernis gab es vor zwei Tagen. Ich hab euch ja schon von den Nachteilen einer WG erzaehlt (und mal vorweg: die drei sind echt cool und wir haben ne Menge Spass meisten), und vor zwei Tagen gabs dann mal bisschen Zank. Ich komm mal wieder nach Hause, nachdem ich zuvor paar Naechte bei Melissa verbracht habe, und mein Kissen fehlt. Es ist 7 Uhr morgens, ich bin krank, muede, will schlafen. Und mein Bett sieht aus, als waere ein Elefant drin vergewaltigt worden. Pardon my french. Bisher war jedes mal etwas weg, wenn ich nach Hause kam. Entweder mein Essen weggefuttert, meine Drinks leer, meine Decke weg. Diesmal also mein Kissen und die Ungewissheit: wer hat in meinem Bettchen geschlafen? Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?

Nachdem ich die drei zur Rede gestellt hab, war das Kissen nirgends zu finden…Angeblich nicht in der Wohnung. Als ich dann Abends ins Bett bin, hab ich mir eines von Jamies Kissen genommen. Denn der hatte auf einmal zwei und eines davon sah genau aus wie meines. Keine Ahnung, wie das auf einmal aufgetaucht ist…

Aber wir wollen ja nicht meckern, wenigstens funktioniert unser Fernseher jetzt..na ok, wir haben 5 Kanaele und koennen die Xbox benutzen. Der Rest klappt nicht, kein Plan warum.

Abschliessend noch etwas, worueber ich nicht hinwegkomme. Ein Dank geht raus an Mandy, die mir diese Lacher praesentiert hat. Ich hoffe, ihr habt aehnlich viel Spass damit:

http://www.frakincool.com/pictures/ginos-love-spray-tan/

Lest das ganze Ding, es ist es wirklich Wert. Denn es wird besser und besser. Und lasst mich wissen, wer euer Lieblingscharakter ist. Waehrend ihr das lest, hoert mal folgendes Lied:

http://www.youtube.com/watch?v=QNjLUPqckWY

Vielleicht versteht ihr dann ein wenig von dem unheimlich schoenen Gefuehl, dass man hier in Carolina jeden Tag hat. Toller Typ, tolles Lied, toller State.

Word!

Verfasst von: ohcarolina | Januar 30, 2009

Meine erste Hochzeit

Ich weiss, was viele von euch jetzt vermutlich denken: “HA, er fliegt nach Vegas, heiratet jemanden x-beliebigen um ne Greencard abzustauben”…stimmt nicht ganz. JA, ich fliege wohl nach Vegas ueber Spring Break, aber ich bevorzuge inzwischen doch lieber ne klassische, romantische Beziehung. Ich war aber dennoch auf einer Hochzeit, halt nicht meiner eigenen. Ein Kommilitone von Melissa hat geheiratet und wir sind da aufgebretzelt aufgekreuzt.

Wie gesagt, ich war in meinem Leben noch nie auf einer Hochzeit (meine Freunde lassen sich ja irgendwie viel Zeit damit…nicht wahr, Paul?!). Und sagen wir mal: ich haette mir das ein wenig anders vorgestellt. Hier in Amerika heiratet man jedenfalls etwas juenger, das Paerchen war so 25, schaetz ich mal. Der Ablauf: Erst die Prozession in der Kirche, dann anschliessend eine Party. Mit gutem Essen, Tanz, Kuchen etc. Das Highlight war aber definitiv the “Assistant Preacher”, eine Dame, die das ganze wohl mit einer Stand-up comedy show verwechselt haben muss. Jedenfalls hat sie krampfhaft versucht, das ganze etwas aufzulockern, indem sie unangebrachte und nicht lustige, saloppe Kommentare eingestreut hat. “Ist hier irgendjemand gegen diese Ehe?” – Schweigen – “Hey guys, halfway through! We gonna have a wedding here today!”…

Aber das beste war definitiv, als sie die Anfangsbuchstaben der Namen verdreht hat. Geheiratet haben Dana und Nick…ihr koennt euch ja denken, was da dann bei rauskommt. Die englsiche Bezeichnung eines Geschlechtsorgans und ein grauenvoller afro-deutscher Rapper aus den 90ern. Peinliches Schweigen im Saal, nur neben mir ist eine Frau vor Lachen fast zusammengebrochen. Ich musste ebenfalls die Luftanhalten, um nicht schallend zu lachen. Das ganze war jedenfalls unfreiwillig komisch und waere es meine Hochzeit gewesen, ich waere der Priesterin an die Kehle gesprungen. Den schoensten Tag des Lebens so verhunzen? Na danke…

Wenigstens das Essen danach war gut. Zwar kannten wir keinen und hatten dadurch eher gezwungene Gesprache bei Tisch, aber zumindest waren wir satt. Als dann der Alkoholpegel der anderen Gaeste stieg, sind wir heimlich entschwunden und haben zuhause das Basketballspiel der Tar Heels geguckt.

Die Schlagen sich uebrigens ok, auch wenn sie nicht mehr Nummer 1 sind, da sie 2x verloren haben. Trotzdem geht die Saison langsam in die heisse Phase und wir sind weiterhin einer der Top Favoriten!

Ich selbst habe auch ein sportliches Highlight hinter mir. Am Montag waren wir bowlen, und ich habe achtbare 108 Punkte gescored und damit sogar gegen meine Gegner auf meiner Bahn gewonnen. Der Rest des Kurses (ja, ich war wirklich mit einem Uni Kurs WAEHREND der Kurszeit bowlen…wie zuvor berichtet, bin ich in einem Sports Creative Writing Kurs. Und Ziel war es halt, das wir unser eigenes Turnier veranstalten und anschliessend eine News Story darueber schreiben. Wer die lesen will, sagt mir bescheid, hab meine gestern Nacht fertig gestellt.) war aber besser, bin insgesamt 8. von 20 geworden. der Sieger hatte 143. Das ganze war sehr dramatisch, aber das werde ich jetzt mal hier nicht vertiefen.

Ansonsten war die Woche eher ereignislos. Ausser, dass ich mal die negativen Seiten einer WG erleben durfte. Meine roommates hatten hier gestern ne Party, ich konnte aber leider nicht teilnehmen, weil ich bis Mitternacht meine Bowling Story beenden musste. Also sass ich in meinem Zimmer und hab fleissig geschrieben waehrend vor meiner Tuer Beer Pong gespielt wurde. Naja, als ich dann fertig war, hab ich mich fuer ein Bierchen dazu gesellt, aber aufs Ausgehen anschliessend verzichtet. Bin ein wenig verschnupft und will nicht richtig krank werden.

Denn am Wochenende gehts nach Wilmington, Melissas Nichter feiert 4-jaehrigen Geburtstag. Ich werde also meine erste amerikanische “Care Bear Party” erleben. Und hoffentlich auch was vom Strand erleben.

Am Sonntag ist dann Super Bowl, das ist ja hier sowas wie ein Feiertag. Da bin ich auch gespannt, wie mein erster in Amerika wird. Werde natuerlich hier berichten. Soweit wuensch ich euch erstmal ein schoenes Wochenende,

Arnulf

Verfasst von: ohcarolina | Januar 23, 2009

Obama!

Ach, wo ich grad so in Schreiblaune bin, haeng ich doch noch schnell meine Meinung ueber die Inauguration hinten ran. Am vergangenen Dienstag um 12 Uhr war es also endlich soweit, Obama wurde offiziell zum Praesidenten der USA vereidigt. Netterweise hat Barack (der ja bekanntlich alles kann) es in NC schneien lassen. Eine Seltenheit im doch eher warmen Carolina. Und eben genau weil Schnee so selten hier ist, freakt jeder gleich aus und Unis und Schulen werden geschlossen. Mit dem Ergebnis, dass ich in Ruhe Obama gucken konnte, ohne meinen Kurs schwaenzen zu muessen (was ich allerdings eh gemacht haette). Obama machts moeglich.

Hab auch ne zeitlang mit dem Gedanken gespielt, selbst nach Washington hinzufahren. Aber letztendlich wollte ich nicht 10 Stunden in der Kaelte stehen, um am Ende dann nix zu sehen. Was weniger ein Beweis fuer meine mangelende Lieber fuer BHO ist, sondern viel mehr Beleg fuer meine Bequemlichkeit. Also habe ich die ganze Prozedur gemuetlich mit Melissa von der Couch aus verfolgt. Baracks Versprecher waehrend der Vereidigung waren uebrigens nur zum Teil seiner Nervoesitaet geschuldet. Der Chief Justice hat naemlich einfach den Wortlaut geaendert. Nun hoffen wir mal, dass das der einzige Stolperstein fuer Obama bleiben wird.

Die kommenden Tage ging er dann ja auch gleich mal ans Werk: die versteckten CIA Gefaengnisse werden geschlossen, Guantanamo innerhalb eines Jahrs geraeumt und insgesamt versucht Obama einfach so schnell wie moeglich all die Altlasten aus der Bush Administration aus dem Weg zu raeumen. Offenbar scheint er aber ein Mann der Tat zu sein, hoffen wir mal, dass seine Vision von Amerika in Erfuellung geht. Die Stimmung hier verheisst jedenfalls Aufbruch und jeder ist gespannt, ob er all die Erwartungen bestaetigen kann.

Die ganzen Feierlichkeiten (inklusive des Balls am Abend, der eher einer MTV Award Show glich) habe ich dann parallel zum puzzeln verfolgt. Ich weiss, ich weiss, eigentlich hoert man mit dem puzzeln auf, wenn man 8 ist und faengt erst wieder an, wenn man 80 ist. Aber ich puzzle halt gerne, und Melissa muss das jetzt ausbaden. Wir haben aber klein angefangen, 2000 Teile. Gestern fertig gestellt, juhu. Leider werd ich wohl in der kommenden Monaten keine Zeit mehr fuer so ne Spaesse haben, denn ab jetzt muss wieder viel fuer die Uni gelesen werden.

Bis bald (hoffentlich, jetzt wo ich den Berg an Erlebtem abgearbeitet habe und wieder ueber den Alltag berichten kann)

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