Verfasst von: ohcarolina | Juni 6, 2009

And now my friends, the end is near…

And so I face the final curtain…nun sitz ich hier auf meinen gepackten Koffern, besorgt ob ich all das Uebergewicht (nein, nicht die Kilos an meinem Bauch) durch die Kontrollen kriege. Die Traurigkeit macht sich breit, my journey comes to an end.

War ein letztes Mal mit Melissa on Franklin Street. Ein letztes mal Ribs at Spankys, kurz in Jack Sprat vorbeigeschaut um Nick ‚tschuess‘ zu sagen, ein letztes mal an den Bars vorbei gelaufen, ein letztes mal am Bell Tower vorbeigefahren, den Dean Dome gesehen und Licht in meinem ehemaligen Apartment gesehen.

All das macht mich doch grad mehr und mehr melancholisch. Eine letzte Nacht in Amerika. Mit so vielen Erwartungen und Traeumen bin ich angereist. Und alle wurden erfuellt oder gar uebertroffen. Ich war live dabei, als Obama Praesident wurde, die Tar Heels sind Champion geworden und ich habe Melissa hier gefunden. Ich habe Freunde aus der ganzen Welt gewonnen und unzaehlige Erinnerungen und Fotos gesammelt. Ausgiebige Feiern, harte Lernstunden in Davis Library, und viel gelernt ueber Land und Leute.

Ist Amerika immer noch mein Traumland, nun wo ich endlich mal laengere Zeit hier gelebt habe? Ja. Koennte ich mir immer noch vorstellen, hier eines Tages zu leben? Ja. So gesehen hat das Jahr hier (genau genommen waren es ja nur 10 Monate) also einiges an Erkenntnissen gebracht, die mir in der Zukunft helfen koennen.

Gleichzeitig ist mir aber auch bewusst geworden, was ich alles tolles in Deutschland habe. Meine Familie und Freunde sind vermutlich das beste, was einem passieren kann. Ich lebe in einer der aufregensten Staedte der Welt – nicht nur, wegen der aktuellen Anziehungskraft sondern auch wegen der Geschichte. Etwas, was mir mehr und mehr klargeworden ist, wenn ich immer wieder in meinen Kursen vom Mauerfall berichten sollte. Ich habe damals in der Stadt gelebt, mir war nie klar, wie aussergewoehnlich das ist, da ich ja mein Leben lang nur Menschen um mich hatte, die das gleiche behaupten koennen.

Auch wenn ich momentan sehr traurig bin, meine Zelte hier abzubrechen, so kann ich wenigstens mit der Gewissheit nachhause fliegen, dass mich viel erwartet. Ich mochte mein Leben wirklich, bevor ich geflogen bin, und hoffe, da wieder anzuknuepfen. Hoffentlich sind mir alle Freunde erhalten geblieben und wir werden so viel Spass haben wie zuvor.

Und ich bin mehr als dankbar fuer diese Gelegenheit. Ich bin so froh, dass ich die Chance hatte, ein ganzes Jahr im Ausland zu studieren. Ich bedanke mich bei den beteiligten Universitaeten, bei allen, die mich finanziell unterstuetzt haben, bei Obama, dass er genau dann zur Wahl angetreten ist, als ich hier war, bei den Tar Heels, dass sie so begeisternden Basketball gespielt haben und…ueberhaupt einfach sagen, dass ich mich unglaublich gluecklich schaetze, all das erlebt zu haben.

Und vor allem danke ich Melissa, die immer fuer mich da war und sicherlich das beste ist, was mir in dem Jahr hier passiert ist. Sie hat mich immer unterstuetzt und mir oft Unterschlupf geboten. Glaub nicht, dass ich ohne sie auch nur annaeherend so viel Spass gehabt haette. Auf ein baldiges Wiedersehen in Berlin!

Ob ich mich veraendert habe? Ich weiss es nicht, das muessen die Menschen beurteilen, die mich gut kennen. Ich habe aber sicherlich viel gelernt: ueber Amerika, ueber die verschiedensten Laender der Welt und ueber mich selbst.

Hoffentlich werde ich heute Nacht etwas Schlaf finden. Mein Flug geht morgen um 1:50 pm. Insgesamt 18 Stunden Reise habe ich vor mir (davon 6 Stunden chillen am Flughafen in Dublin, danke Lastminute.com). Dann kann ich endlich mal wieder meine Familie und Freunde umarmen.

Was bleibt? Ein Dankeschoen an all diejenigen, die fleissig hier gelesen haben. Die mir Anregungen gegeben haben, die sich per Kommentar beteiligt haben und die auch diese Zeilen hier noch lesen, obwohl ich monatelang so faul war. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Amerika naeher bringen, indem ich von meinen Erlebnissen berichtete. Aber das wird nicht das Ende sein. Ich mag das Blog schreiben irgendwie. Ich weiss nicht, ob ich in gleiche Form hier weitermachen werde oder mal was ganz anderes schreiben werde. Aber fuer all die, die weiterhin interessiert sind, schaut ruhig ab und zu mal vorbei, gut moeglich, dass ich in unregelmaessigen Abstaenden ein wenig hier reinschreibe. Transission in Berlin, Studienabschluss, Karriereplanung…es gibt zumindest genug aufregendes vor mir, was ich auf Papier bringen moechte. Ob ich das am Ende nur fuer mich selbst niederschreibe oder auch fuer andere, wird sich zeigen.

Abschliessen moechte ich mit Clueso’s Worten: „Doch immer wenn was neu beginnt sagt auch etwas in mir ‘das war’s’“


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